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Druck- & Dauerdruckplatten für den FDM Druck


Das Druckbett

Eine essenziell wichtige Komponente für den erfolgreichen 3D Druck ist das Druckbett. Je nach Druckmaterial gibt es hier diverse Möglichkeiten den Druck auf dem Bett haften zu lassen. Der Abstand zwischen Düse und Druckbett sollte ca. 0.05-0.15mm betragen. Die Druckoberflächen dürfen generell nicht mit den Fingern oder metallischen Gegenständen in Kontakt kommen um sowohl Fett auf der Platte, als auch unschöne Kratzer und Beschädigungen auf der Beschichtung zu vermeiden. Für eine Haftverstärkung empfehlen wir die Brimfunktion in den entsprechenden Slicerprogrammen zu aktivieren. Eine 4mm Umrandung erhöht die Haltekraft enorm. muss allerdings nach dem Druck wieder entfernt werden. 

Glas und Spiegelfliesen
PLA Drucke haften hier bei einer Hotendtemperatur von 200-205 Grad und Druckbett-Temperatur von ca 55-70 Grad Celsius relativ gut. Das Glas sollte immer fett- und staubfrei sein. Die Geschwindigeit für die erste Drucklinie liegt zwischen 20 und 25mm/s, danach kann die Druckgeschwindigkeit direkt gesteigert werden. Für die erste Linie empfiehlt es sich außerdem auch den Hotendkühler und etwaige andere Ventilatoren auszuschalten. 
Glas und Spiegelfliesen eignen sich in der Regel nicht für ABS. Bei sehr gutem Filament lassen sich mit etwas Glück kleinere Objekte darauf drucken. Hierzu benötigt das Glas eine Temperatur von 110-115 Grad Celsius für die erste Linie. Das Hotend wird auf ca. 240 Grad eingestellt und die erste Bahn sollte besonders langsam gefahren werden. 15-18mm/s. Brim ist hier eine Voraussetzung und auch der Düsenabstand zum Druckbett muss wirklich perfekt eingestellt sein. Im allgemeinen ist jedoch eher von einem ABS Druck auf reinem Glas oder Spiegelfliesen abzusehen. Der Aufwand und die benötigten Feineinstellungen rechtfertigen die Ergebnisse leider nicht. Allerdings gibt es das ein oder andere Mittelchen um Glas dennoch etwas effizienter im Hinblick auf die Haftwirkung von Kunststoffen einzuruchten. 

- Printtstift oder UHU-Stick
Eine weitere Interessante Möglichkeit ist der Klebestift wie z.b PRITT oder UHU-Stick. Die Klebestifte unterscheiden sich etwas in ihren Eigenschaften für unsere Zwecke, das besondere an dieser Methode ist jedoch - PLA lässt sich auf ein kaltes Druckbett extrudieren und haftet sehr gut darauf. Die Düsentemperatur beträgt hier nach wie vor ca. 205 Grad Celsius bei 20-25mm/s. Der Nachteil hier, die Objekte lösen sich etwas schwerer ab. Bei kleineren Objekten ist das nicht weiter dramatisch, bei größere Teilen kann das bis zu einem Glasbruch führen. Kleiner Tipp: Legen sie die Glasplatte samt Druck in den Kühlschrank, bis das Objekt gänzlich runtergekühlt ist. Dnach sollte sich das Objekt von selbst oder zumindest leicht drucken. Verzichten Sie hier auf die Brim Funktion.

- Zitronensaft, ein Geheimtipp ? 
Dünn und mittels Krepppapier auf das Glas aufgetragen verstärkt Zitronensaft die Klebewirkung von PLA auf Glas. Gerade bei größeren Drucken ist hier das Ergebnis signifikant. Sie können sowohl eine frische oder alte Zitrone, als auch fertigen reinen Zitronensaft hierfür verwenden. Die Einstellungen entsprechen dem gewöhnlichen Temperaturbereich für PLA auf Glas. 

- ABS Juice
Auf  etwas 100ml Aceton sollten 30cm zerstückeltes ABS Filament gelöst werden. Das Material löst sich über Nacht relativ gut auf, schütteln Sie die Flasche vorsichtig vor der Applikation. Danach kann die Tinktur mit einem Kreppapier vorsichtig auf die "kalte" Glasplatte dünn aufgetragen werden. Ein milchiger Film sollte im Anschluss sichtbar sein. Für den folgenden Druck wird eine Druckbett-Temperatur von 110 Grad für die erste Linie empfohlen, danach kann auf 105 Grad Celsius reduziert werden. Die Düsentemperatur beträgt ebenfalls für die erste Linie die gewohnten 240 Grad. Bitte gehen Sie vorsichtig mit Aceton um ! Tragen Sie Handschuhe und einen entsprechenden Atemschutz. Nur in gute gelüfteten Räumen oder am besten im Aussenbereich verwenden. Halten Sie Feuer und elektrische Geräte fern ! 

- Haarspray 
Dieses Zaubermittlchen hilft ebenfalls bei Haftproblemen auf Glas.
Mehr Informationen sind hier zu finden.

Borosilikatglas
ABS und PLA Drucke haften auf Borosilikatglas noch besser als auf gewöhnlichen Glas. Diese Platten sind sehr plan und bruchfest sowie hitzeresistent. Die oben genannten Zusätze lassen sich ausnahmslos auf diesem Spezialglas verwenden und funktionieren auch entsprechend besser. Wir verwenden Borosilikatglasplatten wowohl als Unterlagen als auch für den direkten Druck von PLA auf Glas. 

PEI beschichtete Aluminiumdruckplatten
Diese "Dauerdruckplatten" bestehen im Idealfall aus einer plangefrästen Aluminium-Gussplatte, welche im Anschluss eloxiert und mit PE beschichtet wird. Mittlerweile gibt es auch diverse billigere solcher Druckplatten. Auch gewalzte Aluminiumplatten als Kern, welche im nachhinein ausgerichtet werden, um eine gewisse Planheit zu gewährleisten, sind mit von der Partie. Jedoch liegen diese qualitativ unterhalb der plangefrästen Gußplatten. Im Handel sind heute diverse Thermokunststoffe, welche zum Beschichten eloxiertem Aluminium verwendet werden, verfügbar. Diese Dauerdruckplatten benötigen für PLA eine erhöhte Bett-Temperatur von 70-75 Grad Celsius am Druckbett und eine Hotendtemperatur von ca. 205 Grad. Die empfohlene Geschwindigkeit für die erste Linie beträgt 20-25mm/S. ABS wird ebenfalls mit erhöhten 125 Grad Celsius (teilweise 130 Grad) für die erste Linie gedruckt. Das Hotend sollte auf  ca. 245-260 Grad Celsius erhitzt werden, je nach Filamentqualität.  Alles in allem konnten wir uns jedoch mit diesem Produkt nicht anfreunden. Die Nachteile überwiegen unserer Meinung nach. 

Vorteile 
- ABS und PLA haften besser als auf gewöhnlichem Glas.

Nachteile
- erhöhte Druckbett Temperaturen für ABS und PLA
- erhöhte Düsentemperaturen für ABS 
- dadurch erhöhtes Warping speziell bei großen Bauteilen aus ABS
- bei einigen Platten löst sich die Beschichtung mit der Zeit 
- Gefahr von Beschädigungen am Hotend bei falsch eingestellter Z Achse (typische Anfängerfehler)

 

Filaprint
Filaprint besteht aus einem speziellen Thermokunststoff und einer Transferschicht und eignet sich ideal für ABS und PLA, sowie Laywoo 3D und andere flexible Filamente. Diese Platte bringt unser Meinung nach die besten Klebeeigenschaften mit sich. Auch die Langlebigkeit dieses Materials ist enorm. ABS benötigt hier ca. 108-110 Grad Celsius für die erste Linie und eine Hotendtemperatur von 235-245 Grad. Die erste Liniengeschwindigkeit sollte für ABS beträgt ca. 20mm/s und bei PLA 24mm/S betragen. Kleine Schwankungen im Düsenabstand (Z Achse) verträgt die Platte und liefert auch bei leicht zu hohem Abstand noch zufriedenstellende Resultate. Auch bei diesem Produkt gilt: Keine Finger und kein Metall !  WIr verwenden Filaprint mittleriweile seid 2 Jahren und drucken 95% unser Teile auf diesem Thermokunststoff. Diese Platte lässt sich auf diverse Unterlagen verkleben (z.b Aluminium, Glas, Spiegel)

Vorteile
- niedrige Druckbett-Temperaturen bei ABS und PLA 
- niedrigere Hotendtemperaturen bei ABS
- dadurch geringeres Warping 
- Langlebig
- verzeiht den ein oder anderen Anfängerfehler 

Tufnol
Ist eine hervorragende Druckunterlage für Nylon. Für die erste Lage empfehlen wir 45-90 Grad Celsius, je nach Nylonfilament und eine Düsentemperatur von ca. 240 Grad Celsius bei 18-22mm/S. Sie sollten die Druckgeschwindigkeit nach der ersten Linie langsam steigern und die Düsentemperatur entsprechend anpassen. Ansonsten ist eine schlechte Linienhaftung bei den unteren 3-4 Linien gegeben was zu unerwünschten Nebenwirkungen führt. 

 

*Sämtliche zu Verfügung gestellten Informationen entsprechen lediglich unserer eigenen Erfahrung.  Entsprechende Chemikalien sollten nur von qualifiziertem Fachpersonal verwendet werden.