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Und los gehts !

Herzlich Willkommen auf unserem Filablog.

Wir freuen uns darauf in Zukunft Tests zu interessanten Produkten, Innovationen und spannende Experimente hier auf unserem Blog zu publizieren.

 

 

von Daniel Gross | | Lesen Sie mehr

Die Zweite ! Drucken, Kleben, Drucken, Kleben.......


Das Druckbett

Eine essenziell wichtige Komponente für den erfolgreichen 3D Druck ist das Druckbett. Je nach Druckmaterial gibt es hier diverse Möglichkeiten den Druck auf dem Bett haften zu lassen. Der Abstand zwischen Düse und Druckbett sollte ca. 0.1-0.15mm betragen. Die Druckoberflächen dürfen generell nicht mit den Fingern und metallischen Gegenständen in Kontakt kommen um sowohl Fett auf der Platte, als auch unschöne Kratzer und Beschädigungen auf der Beschichtung zu vermeiden. Für eine Haftverstärkung empfehlen wir die Brimfunktion in den entsprechenden Slicerprogrammen zu aktivieren. Eine 4mm Umrandung erhöht die Haltekraft enorm. muss allerdings nach dem Druck wieder entfernt werden. 

Glas und Spiegelfliesen
PLA Drucke haften hier bei einer Hotendtemperatur von 200-205 Grad und Druckbett-Temperatur von ca 55-70 Grad Celsius relativ gut. Das Glas sollte immer fett- und staubfrei sein. Die Geschwindigeit für die erste Drucklinie liegt zwischen 20 und 25mm/s, danach kann die Druckgeschwindigkeit direkt gesteigert werden. Für die erste Linie empfiehlt es sich außerdem auch den Hotendkühler und etwaige andere Ventilatoren auszuschalten. 
Glas und Spiegelfliesen eignen sich in der Regel nicht für ABS. Bei sehr gutem Filament lassen sich mit etwas Glück kleinere Objekte darauf drucken. Hierzu benötigt das Glas eine Temperatur von 110-115 Grad Celsius für die erste Linie. Das Hotend wird auf ca. 240 Grad eingestellt und die erste Bahn sollte besonders langsam gefahren werden. 15-18mm/s. Brim ist hier eine Voraussetzung und auch der Düsenabstand zum Druckbett muss wirklich perfekt eingestellt sein. Im allgemeinen ist jedoch eher von einem ABS Druck auf reinem Glas oder Spiegelfliesen abzusehen. Der Aufwand und die benötigten Feineinstellungen rechtfertigen die Ergebnisse leider nicht. Allerdings gibt es das ein oder andere Mittelchen um Glas dennoch etwas effizienter im Hinblick auf die Haftwirkung von Kunststoffen einzuruchten. 

- Printtstift oder UHU-Stick
Eine weitere Interessante Möglichkeit ist der Klebestift wie z.b PRITT oder UHU-Stick. Die Klebestifte unterscheiden sich etwas in ihren Eigenschaften für unsere Zwecke, das besondere an dieser Methode ist jedoch - PLA lässt sich auf ein kaltes Druckbett extrudieren und haftet sehr gut darauf. Die Düsentemperatur beträgt hier nach wie vor ca. 205 Grad Celsius bei 20-25mm/s. Der Nachteil hier, die Objekte lösen sich etwas schwerer ab. Bei kleineren Objekten ist das nicht weiter dramatisch, bei größere Teilen kann dies bis zum Glasbruch führen. Kleiner Tipp: Legen Sie die Glasplatte samt Druck in den Kühlschrank, bis das Objekt gänzlich runtergekühlt ist. Danach sollte sich das Objekt etwas leichter lösen. 

- Zitronensaft, ein Geheimtipp ? 
Dünn und mittels Krepppapier auf das Glas aufgetragen verstärkt Zitronensaft die Klebewirkung von PLA auf Glas. Gerade bei größeren Drucken ist das Ergebnis signifikant. Sie können  eine frische Zitrone oder den fertigen reinen Zitronensaft verwenden. Die Druckparameter entsprechen dem normalen Temperaturbereich für PLA auf Glas. 

- ABS Juice
Auf  etwa 100ml Acetonwerden 30cm zerstückeltes ABS-Filament gelöst werden. Das Material löst sich (am besten über Nacht) relativ gut auf. Schütteln Sie die Flasche vor der Applikation. Danach kann die Tinktur mit einem Kreppapier auf die "kalte" Glasplatte dünn aufgetragen werden. Ein milchiger Film sollte im Anschluss sichtbar sein. Für den Druck mit ABS empfehlen wir eine Druckbett-Temperatur von 110°C für die erste Linie, danach können SIe auch hie rdie Temperatur um 5 Grad reduzieren. Die Düsentemperatur beträgt ebenfalls für die erste Linie die gewohnten 240°C. Bitte gehen Sie vorsichtig mit Aceton um! Tragen Sie Handschuhe und einen Atemschutz. Halten Sie Feuer und elektrische Geräte fern. 

- Haarspray 
Dieses Zaubermittlchen hilft ebenfalls bei Haftproblemen auf Glas.
Mehr Informationen sind hier zu finden.

Borosilikatglas
ABS und PLA Drucke haften auf Borosilikatglas noch besser als auf gewöhnlichen Glas. Diese Platten sind sehr plan und bruchfest sowie hitzeresistent. Die oben genannten Zusätze lassen sich natürlich auch auf diesem Spezialglas verwenden und funktionieren.  Wir verwenden Borosilikatglasplatten sowohl als Unterlage als auch für den direkten Druck von PLA auf Glas. 

PEI beschichtete Aluminiumdruckplatten
Diese "Dauerdruckplatten" bestehen im Idealfall aus einer plangefräßten Aluminium-Gussplatte, welche im Anschluss eloxiert und mit PEI beschichtet wird. Mittlerweile gibt es auch diverse preiswerte Variationen solcher Druckplatten, welche aus gewalzten Aluminiumplatten als Kern bestehen. Diese gewalzten Platten werden dann ausgerichtet, um die gewünschte Planheit zu gewährleisten, jedoch liegt hier die Ebenheit meist unterhalb der plangefräßten Gußplatten. Zudem sind Gußplatten verzugsarm. Im Handel sind auch diverse andere Thermokunststoffe zum Beschichten von eloxierten Aluminiumplatten verfügbar. Beschichtete Dauerdruckplatten benötigen für PLA eine erhöhte Bett-Temperatur von 70-75 Grad Celsius am Druckbett und eine Hotendtemperatur von ca. 210 Grad. Die empfohlene Geschwindigkeit für die erste Linie beträgt 20-25mm/S. ABS benötigt ebenfalls  erhöhte 120-135°C für die erste Linie am Druckbett.  Alles in allem konnten wir uns jedoch mit diesen Produkten nicht anfreunden. Die Nachteile überwiegen unserer Meinung nach. Die Haft- und Löse-Eigenschaften schwanken hier aus unserer Erfahrung. 

Vorteile 
- ABS und PLA haften besser als auf gewöhnlichem Glas.

Nachteile
- erhöhte Druckbett Temperatur für ABS und PLA
- erhöhte Düsentemperatur für ABS 
- bei einigen Platten löst sich die Beschichtung mit der Zeit 

 

Filaprint
Filaprint besteht aus einem speziellen Thermokunststoff und einer Transferschicht und eignet sich ideal für ABS und PLA, Laywoo 3D, Laybrick, POM, PETG, PEEK  und diversen flexiblen Filamenten. Diese Platte bringt unser Meinung nach die besten Klebeeigenschaften mit sich. Auch die Langlebigkeit dieses Materials ist enorm. ABS benötigt hier nur ca. 108-110 Grad Celsius für die erste Linie und eine Hotendtemperatur von 235-245 Grad. Die erste Liniengeschwindigkeit sollte für ABS ca. 20mm/s und PLA 25mm/s betragen. Kleine Schwankungen im Düsenabstand (Z Achse) verträgt die Platte gut und liefert auch bei etwas erhöhtem Abstand noch zufriedenstellende Resultate. Auch bei diesem Produkt gilt: Keine Finger und kein Metall !  Wir verwenden Filaprint mittlerweile seid 2 Jahren und drucken 98% unserer Teile darauf. Diese Platte lässt sich auf vielen Unterlagen anwenden (z.b Aluminium, Glas, Spiegel)

Vorteile
- niedrige Druckbett-Temperaturen bei ABS und PLA 
- niedrigere Hotendtemperaturen bei ABS
- geringeres Warping 
- sehr Langlebig
- verzeiht den ein oder anderen Anfängerfehler 

Tufnol
Ist eine hervorragende Druckunterlage für Nylon. Für die erste Lage empfehlen wir 45-90 Grad Celsius, je nach Nylonfilament und eine Düsentemperatur von ca. 240 Grad Celsius bei 18-22mm/S. Sie sollten die Druckgeschwindigkeit nach der ersten Linie langsam steigern und die Düsentemperatur entsprechend anpassen. Ansonsten ist eine schlechte Linienhaftung bei den unteren 3-4 Linien gegeben was zu unerwünschten Nebenwirkungen führt. 

 

 

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